Der zweite Bus – Der Ausbau

Nachdem der Bus nun bei uns war, bogen wir auch mit der Planung des Ausbaus auf die Zielgerade. Ursprünglich hatte ich vor, den Ausbau selber zu machen. Da mir aber der Platz, das Werkzeug und in einigen Bereichen auch das entsprechende handwerkliche Knowhow fehlten, und meine liebe Gattin ein ganz entschiedenes Veto einlegte, verwarf ich diesen Gedanken aber bald wieder, um den Familienfrieden nicht über Gebühr zu strapazieren. Am Ende bin ich ihr natürlich dankbar, dass wir den Ausbau dann doch von jemandem haben vornehmen lassen, der sich damit auskennt und sein Handwerk versteht. 

Zunächst muss man sich natürlich fragen, wie der Ausbau werden soll. Was soll, was darf, was muss auf jeden Fall hinein und was besser nicht? Uns war es wichtig, den Sitz- und Schlafbereich voneinander zu trennen, damit man sich abends und morgens die Umbauerei spart. Meine Frau steht nämlich gerne erst dann auf, wenn das Frühstück fertig ist. Fahrer und Beifahrersitz bekamen somit Drehkonsolen verabreicht und hinter dem Fahrersitz sollte eine Sitzbank für 2 Personen mit Gurten installiert werden. Meiner Frau war es wichtig, dass das Fahrzeug über mindestens 4 vollwertige Sitzplätze verfügt. Zwischen Bank und vorderen Sitzen war ein Tisch geplant. Zuvor musste aber die 2er-Sitzbank, die anstelle des Beifahrersitzes verbaut war, weichen. Ich besorgte die Bank für hinten aus Düsseldorf und den Beifahrersitz, der zufällig den gleichen Bezug hatte wie der Fahrersitz, von einem Nutzfahrzeughändler in Cloppenburg.

Dass man ein Dachzelt auf einem Camper in Sprintergröße montieren kann, hatte ich hier gesehen. Das Dachzelt, das wir bislang auf unserem T4 verbaut hatten, sollte uns auch weiterhin bei entsprechender Witterung als Schlafstatt dienen, lediglich die Leiter wurde wegen der deutlich größeren Fahrzeughöhe gegen eine Alu-Teleskopleiter getauscht. Die Installation auf dem Dach erwies sich als schwierig, da das Trägersystem der Marke Montblanc nicht hoch genug war, um erst die Träger und anschließend das Zelt auf selbigen zu montieren. Also mussten wir das Zelt am Boden mit dem Trägersystem verschrauben und dann das gesamte Gezumsel mit dem riesigen Radlader eines befreundeten Landwirtes vorsichtig auf das Fahrzeug heben. Ein abenteuerliches Vorhaben, das am Ende aber ohne nennenswerte Schäden an Zelt und Bus über die Bühne ging.

An dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön an Jürgen und seinen Radlager! Was hätten wir ohne Euch getan?

Leider gibt es von dieser Aktion mit dem Dachzelt keine Fotos, aber so zeit- und arbeitsaufwändig war das alles gar nicht geplant. Hätte ich das Ausmaß abschätzen können, hätte ich bestimmt eine Kamera oder mein Handy dabei gehabt.

Hinsichtlich des Ausbaus entschieden wir uns für einen selbstständigen Tischlermeister in der Nähe von Hagenow, der sich auf den Ausbau von Bussen und Transportern spezialisiert hatte. Die erste telefonische Kontaktaufnahme war sehr sympathisch und so entschlossen wir uns, an einem Samstag die mehrstündige Fahrt anzutreten, um das Fahrzeug vorzuführen, Einzelheiten des Ausbaus zu erörtern, Materialien anzusehen und natürlich auch einen Überblick über die Kosten zu erhalten. Wir erklärten, wie wir uns den Ausbau vorstellten: Keine Nasszelle (Bad, Dusche), da wir ohnehin überwiegend auf Campingplätzen übernachten. Toilette sollte es in Form eines Porta Potti geben und auch nur für „kleine“ Geschäfte in der Nacht und während der Fahrt. Zähneputzen und „Katzenwäsche“ wollten wir bei Bedarf in der „Küche“ erledigen. Diese sollte einen Frisch- und einen Abwassertank in einem Schrank und darüber eine Spüle mit Wasserhahn enthalten. Auf den Abwassertank verzichteten wir auf Anraten unseres Tischlers, der uns berichtete, welch ein Gestank ihm bei seinem eigenen Tank entgegenschlug, als er nach mehreren Tagen unter südlicher Sonne den Inhalt entsorgen wollte. Stattdessen hat er uns den Abfluss direkt durch den Wagenboden ins Freie geleitet. Selbstverständlich haben wir immer einen Eimer unterm Bus, wenn wir irgendwo stehen. Hartwig, wir sind froh, auf Dich gehört zu haben. Warmes Wasser bereiten wir uns schnell im Kessel zu. Wasserführende Leitungen haben wir somit auf das kurze Stück vom Frischwassertank zum Wasserhahn beschränkt und halten somit das Risiko eines ungewollten Wasseraustritts möglichst gering. Genauso wollten wir es mit Leitungen halten, die Gas durch den Bus leiten und haben dann auf dem Küchenschrank einen einfachen mit Kartuschen betriebenen Gaskocher fest verbauen lassen (Kochstelle muss ja sein wegen WoMo-Zulassung).  Bislang sind wir mit dieser Lösung völlig zufrieden, da wir im Bus ohnehin nur Wasser für Heißgetränke zubereiten. Gekocht wird im Urlaub nach wie vor draußen und nach wie vor mit unserer alten Campingküche, die uns nun schon seit 2010 treue Dienste leistet. Gasprüfung, Essensgerüche und Fettspritzer sind unserem Bus daher völlig fremd.

Geschlafen wird – außer im oben bereits erwähnten Dachzelt – bei schlechterem Wetter im Heck des Busses. Da wir zwischen der Doppelsitzbank und dem Bett auf der Fahrerseite noch einen großen Schrank haben einbauen lassen, fehlt uns der Platz für ein Längsbett und wir schlafen quer. Bei einer Fahrzeugbreite (innen) von knapp 1,80 m und einer Körpergröße von 1,93 m ist an ausgestrecktes Schlafen in Rückenlage natürlich nicht zu denken, aber da ich ohnehin meistens auf der Seite liege und das Bett leicht schräg zuläuft, kann ich recht ordentlich schlafen. Über den hinteren Fahrzeugtüren und seitlich über dem Bett sind zahlreiche Ablagemöglichkeiten eingebaut. Oben im Fahrerhaus befindet sich ebenfalls noch ein großer Schrank, sodass wir mangelnden Stauraum nicht zu beklagen haben.

Eine Diesel-Standheizung haben wir ebenfalls einbauen lassen. Da uns die Modelle von Webasto und Eberspächer definitiv zu teuer waren, habe ich nach Alternativen gesucht und dann in einem Forum eine russische Planar 44 D 12 – 4KW entdeckt. Wir haben sie insbesondere bei Reisen im Frühjahr und im Herbst schon sehr häufig benutzt, wenn es abends kälter wird und sie funktioniert einfach tadellos. Wenn wir nach dem Essen duschen gehen, wird sie eingeschaltet und läuft dann ca. 30 Minuten unter Volllast. Anschließen kann man sie dann runter regeln und dann läuft sie recht ruhig weiter. Vielleicht wären die Heizungen anderer Hersteller etwas leiser, aber angesichts des enormen Preisvorteils ist mir das völlig egal. Wer eine so tolle Arbeit verrichtet wie unsere Heizung, darf dabei ruhig ein wenig schnaufen. Installiert haben wir die Heizung im Bereich der Sitzecke unter der 2er-Sitzbank. Sie bläst die warme Luft ins Fahrerhaus, von wo aus sie sich dann durch den Bus verteilt. Verkauft und eingebaut hat uns die Heizung ein Wohnmobilhersteller aus der Nähe von Hannover an einem Samstagvormittag. Unbedingte Kaufempfehlung!

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