2010 Esparron (Provence)

Im Sommer 2010 sind wir dann mit einem befreundeten Paar in die Provence gefahren. Sie hatten uns zuvor gefragt, ob wir sie begleiten wollten und ich habe die Entscheidung dann meiner Frau überlassen, ihr aber versprochen, nicht böse oder enttäuscht zu sein, wenn sie sich dagegen entscheiden sollte. Warum diese Gefahr bestand, kann man hier nachlesen. Ich bin ihr heute allerdings unendlich dankbar und finde es bewundernswert, dass sie sich einen  gewaltigen Ruck gegeben und zugestimmt hat. Sie ist eben die Beste! Und ich freute mich wirklich riesig auf diesen Urlaub. Den Campingplatz Le Soleil am Lac d´Esparron im gleichnamigen Örtchen Esparron kannte ich bereits, da mein Kumpel und ich dort im Jahr 2003 bereits einmal gemeinsam gewesen waren.  Insofern konnte ich mir ziemlich sicher sein, dass es ihr dort – was die Örtlichkeiten anging – gefallen würde.

Wenn jetzt noch das Wetter mitspielte, würde das alles wirklich nett werden. Also bin ich zur Wohnung meiner Mutter gefahren, um meine Campingausrüstung zu holen. Ein großes Familienzelt namens Colorado V von Outwell, Gaskocher, Geschirr etc. hatte ich Ende 2002 neu angeschafft, weil ich mit meiner ersten Ehefrau für den Sommer 2003 eine Campingtour geplant hatte. Aber wie das mit den Plänen eben so ist, meistens kommt es ganz anders und so trennten sich unsere Wege im Frühjahr 2003 und das ganze neue Campinggerödel landete unbenutzt im Keller meiner Mutter.

Zuerst einmal musste nun geprüft werden, ob das Zelt in den 7 Jahren, in denen es im Keller lag, Schaden genommen hatte. Zwar war der Keller trocken, aber eben nicht beheizt. Also ab zu Oma und zusammen mit Frau und Kind das Prachtstück aufgebaut. Wunderbar! Alle Teile vorhanden, nichts verschimmelt, alles gut! So groß hatte ich es mir auch gar nicht vorgestellt. OK, in den Unterlagen war die Grundfläche mit 3 X 5 m angegeben, aber wie groß das Zelt dann wirklich ist, zeigt sich doch erst, wenn es aufgebaut vor einem steht.

Wir mussten beim Buchen eines Platzes tatsächlich auf die Größe hinweisen, da sicherlich nicht jeder Platz für uns geeignet sein würde.  15 qm Innenfläche, 2 Meter Höhe und im hinteren Teil 2 getrennte Innenzelte. Das größere für Mama und Papa und das kleinere für den Junior. Das Zelt gefiel den beiden und man merkte, wie die Vorfreude wuchs – auch bei meiner Frau. Was noch an Ausrüstungsgegenständen fehlte, wurde angeschafft, die Campingküche, Sturmlaternen, Dachbox und einiges mehr, alles erwies sich in unserem ersten gemeinsamen Campingurlaub als tauglich und hilfreich.

Einige schöne Tage verbrachten wir dort in der Provence, badeten in dem wunderschönen Stausee, fuhren mit geliehenen Kanus ein Stück den Verdon entlang und unternahmen etliche Ausflüge in die Umgebung. Einige wirklich großartige und im Nachhinein amüsante Momente haben sich zugetragen und eingebrannt – wie zum Beispiel ein Ausflug, den wir am Nationalfeiertag unternahmen und in dessen Verlauf unser Sohn im Auto unter dem Fahrersitz eine angebrochene Wasserflasche fand, von der niemand wusste, wie lange sie dort schon gelegen hatte. Auf jeden Fall hatte sie sich an diesem Tag im warmen Auto sehr stark aufgeheizt. Als ich sah, wie er daraus trinken wollte, bat ich ihn, das nicht zu tun, erzählte ihm etwas über Bakterien und deren Vermehrungsdrang in warmer und feuchter Umgebung und trug ihm auf, die Flasche in einem nahen Abfallcontainer zu entsorgen. Auf dem Weg dorthin hat er dann offensichtlich wohl doch einen großen Schluck aus der Flasche genommen (wie er später zugegeben hat). Auf dem Rückweg zum Campingplatz mussten wir das Örtchen Esparron durchfahren, das an diesem Tag – Nationalfeiertag, wie gesagt – volksfestartig gefüllt war. Als wir gerade mitten im Ort am Marktplatz vorbeirollten, weil an Fahren aufgrund des regen Treibens nicht zu denken war, ertönte von hinten: „Mir ist schlecht!“. Noch bevor ich etwas fragen konnte, folgte ein „Ich muss spucken!“. Es gab jetzt 2 Möglichkeiten: Entweder ließen wir den Franzosen ihren Nationalfeiertag ohne internationalen Zwischenfall und das Kind kotzte ins Auto oder wir unterbrachen dieses festliche Treiben inmitten von Ess- und Trinkbuden und das Kind übergab sich auf den Marktplatz. Ich entschied mich blitzschnell für die zweite Variante, hielt das Auto an, bellte ein „Raus!“ nach hinten, die Tür flog auf und das Kind erbrach sich lauthals und unüberhörbar in einen bei diesen Temperaturen nur sehr spärlich bewachsenen Blumenkübel aus Beton. Menschen blieben stehen, guckten entgeistert und schüttelten den Kopf, als das Kind wieder einstieg und wir aus dem Ort rollten, als wäre nichts geschehen.

Dieser Urlaub endete zwar nicht so wie – und für uns etwas früher als – geplant, aber Camping wollten wir auf jeden Fall wiederholen. Nur wollten wir die kommenden Urlaube wieder allein im Kreise der Familie verbringen. Von „Rudelreisen“ mit Dritten hatten wir vorerst genug.  Aber das wäre eine andere Geschichte…

Im folgenden Sommer ging es dann mit Auto und Zelt Richtung Cote d` Azur in die Nähe von Vence, wo wir in den Jahren zuvor bereits einige tolle Urlaube in Ferienwohnungen verbracht hatten. Der erste Platz, den wir damals im Voraus gebucht hatten, lag an einem kleinen Flüsschen. Alles recht nett, aber irgendetwas fehlte und direkt an diesem kleinen Bach war es nachts im Zelt doch recht frisch und klamm. Also suchten wir die Gegend nach Alternativen ab und wurden fündig. Mehr dazu gibt es in Kürze hier.

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