Führerschein Klasse A – Organisation und Theorie

Kosten im Überblick

Ich hatte eigentlich gehofft, nach nahezu 30 Jahren als Autofahrer mit ein paar Fahrstunden auszukommen und schnell und unkompliziert meinen Führerschein Klasse A in den Händen zu halten. Weit gefehlt! Der erste Besuch in der Fahrschule meiner Wahl war sehr ernüchternd. Unser Sohn hatte hier seinen PKW-Führerschein gemacht, aber auch das reduzierte die von der jungen Dame im Büro anvisierten Gesamtkosten in Höhe von ca. 1.300,– € nicht um einen Cent.

10 Stunden Theorieunterricht, davon 6 Stunden Grundlagen und 4 Stunden Theorie Motorrad, 12 Sonderfahrten (Autobahn, Nacht, Überland) sowie 2 Stunden Grundfahrübungen und erste Touren durch die Stadt. Das sind die gesetzlichen Vorgaben! Doch damit nicht genug: Erste-Hilfe-Kurs musste auch nochmal neu, Fotos für den Führerschein und Sehtest mussten ebenfalls besorgt werden. Das war an einem Donnerstag nach der Arbeit. Freitag vor der Arbeit Fotos machen lassen, in der Mittagspause den Sehtest erledigt und am Samstag – das Rote Kreuz hatte glorreicher Weise noch Plätze frei – den Erste-Hilfe-Kurs absolviert und den Leuten von der Fahrschule am Montag den ganzen Krempel vorgelegt. Ach ja, die Überweisung des Gesamtbeitrages hatte ich Freitag auch schon veranlasst. Die Herrschaften waren doch sehr überrascht, dass jemand all diese Unterlagen quasi übers Wochenende beibringt. Heutzutage dauern solche Sachen wohl wesentlich länger – mitunter Jahre, wie mir einer der Fahrlehrer sagte. Seiner Ansicht nach haben es die jungen Menschen heutzutage nicht mehr so eilig, mobil und unabhängig zu werden.

Erste Hilfe

Was mich beim theoretischen Unterricht in der Fahrschule erwarten würde, davon bekam ich beim Erste-Hilfe-Kurs schon einen ersten Eindruck. Die anderen Kursteilnehmer waren  rund 30 Jahre jünger als ich. Bis auf einen Enddreißiger, der seine ungewaschenen und fettigen Haare unter einer Schirmmütze zu verbergen versuchte, die überall Salzränder vom Schweiß aufwies und dementsprechend roch. Der ganze Typ war offensichtlich ungewaschen in seine Kleidung gesprungen – wenn er sie denn zum Schlafen überhaupt ausgezogen hatte. Seine Alkoholfahne ließ mich daran zweifeln. In der Vorstellungsrunde (die liebe ich bei solchen Veranstaltungen am meisten) posaunte er dann hinaus, dass er noch nie einen Führerschein besessen habe und ihm nun das Arbeitsamt einen bezahlen wollte, damit er leichter zu vermitteln sei. Ganz ehrlich: der optische Eindruck, den der Bursche hinterließ, verhinderte eine Vermittlung sicher viel eher als der nicht vorhandene Führerschein. Ich jedenfalls hätte ihn auch mit Führerschein nicht eingestellt. Als die Veranstaltung zu Ende war, zauberte er auf dem Weg zum Fahrrad eine 0,5-Liter-Dose Bier aus seinem Rucksack, leerte sie in einem Zug und schmiss die leere Dose – am Fahrrad angekommen – ins Gebüsch. Aber die Damen und Herren vom Amt wissen sicher besser als ich, ob sich eine derartige Investition rechnet.

Wenn man dann im Theorieunterricht mit 48 Jahren zwischen 16- und 17-jährigen sitzt, fühlt man sich schon ein wenig verloren. Aber ich habe die Zeit tapfer abgesessen, mir geduldig die aneinandergereihten Anekdoten der Fahrlehrer angehört und mir das Wissen, das ich für die Prüfung benötigte, dann zuhause online beigebracht. Ich habe dermaßen viele Prüfungsbögen durchgearbeitet, dass meine Frau zwischendurch fragte, ob ich meinen Eifer nicht für ein wenig übertrieben halten würde. Die folgenden Fragen habe ich ihr dann zur Beantwortung überlassen und so kam es, dass sie mich das nie wieder fragte. Das Jahr ging seinem Ende entgegen und bevor zum 01.01. der Fragenkatalog neu aufgelegt wurde, habe ich mich schnell noch zur theoretischen Prüfung angemeldet.

Die erste Hürde

Am 16.12.2016 habe ich dann die Prüfung fehlerfrei bestanden und warte jetzt auf besseres Wetter für den praktischen Teil. Dafür wird es dann einen eigenen Beitrag geben.

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